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Unser Einsatz auf Lesbos und Thessaloniki

Unser aktueller Einsatz führt uns diesmal nach Griechenland. Am 26.08.2016 sind wir am Abend auf Lesbos angekommen und waren für ein paar Tage in Moria. Lesbos Seit Schließung der griechisch-mazedonischen Grenze ist Griechenland für die meisten Menschen auf der Flucht zur Endstation geworden. Auch auf Lesbos geht es auf legalem Weg nicht weiter. 93.000 Menschen sind hier seit Anfang des Jahres gestrandet. Davon waren es im August nur etwa 1000. Zum September hin kommen im Schnitt täglich 50, an manchen Tagen aber auch fast wieder 300 aus der Türkei nach. Etwa 25 Menschen verlassen im Schnitt täglich die Insel in

Hilfe in Torbali

Dank Ihrer Spenden konnten wir wieder in Torbali, 40 km südlich von Izmir, Hilfe leisten. Es ging in ein kleines Camp, in dem ca. 40 Menschen, davon 10 Frauen, unter sehr schlechten Bedingungen leben. Bei ihrem letzten Besuch hatte Iris Paul die Frauen gefragt, was sie dringend benötigen: Die Antwort war einstimmig „Unterwäsche“. So hatte Iris eine große Auswahl an Unterwäsche dabei, worüber sich die Frauen sehr gefreut hatten. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl an Grundnahrungsmitteln (Mehl, Reis, Nudel, Öl etc.) sowie Windeln, Babynahrung, Seife, Shampoo und ein paar Süßigkeiten für die Kinder. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende,

Iftar Essen in Torbali

Iftar Essen Bedeutung: Während des islamischen Fastenmonats Ramadan dürfen Muslime von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts zu sich nehmen. Erst am Abend darf wieder gegessen werden, was traditionell als Fastenbrechen, genannt „Iftar“, zelebriert wird. Zafer Ertem hat für die syrischen Flüchtlinge rund um Torbali an drei Abenden (25.-27.06.2016) so ein Iftar Essen organisiert. Egal ob groß oder klein, Alle haben tatkräftig beim Aufbau geholfen und so waren Tische und Stühle schnell aufgebaut und auch für Beleuchtung war gesorgt. Erst nach Sonnenuntergang durfte gegessen werden und so haben selbst die Kleinen geduldig an den Tischen gewartet. Insgesamt wurde für

Rupert Neudeck

  Wir trauern um unseren Freund und unser Vorbild Rupert Neudeck. Unser Avicenna Mitglied Navid Kermani hat in seiner Rede aus unseren Herzen gesprochen.   Ansprache von Navid Kermani zu Rupert Neudeck im Trauergottesdienst

Idomeni im Juni 2016

Ein Bericht unserer Freundin Eva Baehren, die seit drei Monaten in Idomeni hilft und von Avicenna unterstützt wird. Idomeni ist inzwischen plattgewalzt und leer. In den ‚wilden‘ Camps in der Umgebung verstecken sich noch etwa 3000 Menschen, um nicht in ein Militärlager transportiert zu werden. Denn dort ist die Versorgung katastrophal und es gibt keine Aussicht, weiter zu kommen. Sowohl in den wilden Camps, als auch in den weit auseinander liegenden Militärcamps zwischen Polykastro und Thessaloniki fehlt es ständig an allem, obwohl die freiwilligen Helfer sich Tag und Nacht bemühen. Manchmal dürfen die Helfer in die offiziellen Camps und manchmal

Ein Leben an der Schnellstrasse

  In der Nähe von Adana leben hier seit ca. 8 Monaten unmittelbar an einer Schnellstrasse ca. 40 syrische Familien. Seitdem sie dort leben wurden sie einmal von einer italienischen Hilfsorganisation mit Lebensmitteln versorgt.        

Osttürkei – nahe der syrischen Grenze

Im Südosten der Türkei, etwa eine Stunde entfernt von Adana fährt man an Zeltlagern mit Flüchtlingen vorbei, wie im Herbst letzten Jahres auf Lesbos. Es sind Menschen ohne Heimat und ohne Aus-weg. Hier leben einige Tausend Syrer z.T. seit zwei Jahren in improvisierten Zeltlagern. Zu Erntezeiten arbeiten sie für die Bauern, denen das Land gehört. Als Lohn bekommen sie Wertmarken, mit denen sie etwas von der Ernte der Bauern abkaufen können und alle sechs Monate gerade soviel Geld wie zum Beispiel das Zelt aus Plastikplanen kostet, das sie ebenfalls beim Bauern kaufen müssen. Es gibt Wasser, das von vielen getrunken

Camp in der Nähe von Adana

Hier ein Bericht von Iris Paul, die ein Camp in der Nähe von Adana besuchte: Am Sonntag (01.05.2016) erhielt ich von Tamer Altaiar ausführliche Informationen über das Camp in der Nähe von Adana, in dem mehr als 100 syrische Familien leben. Bisher erhalten die Menschen keinerlei Unterstützung und in den letzten Tagen gab es Probleme mit der Wasserversorgung. Als wir in das Camp kamen wirkte es vollkommen verlassen, kein Mensch war zu sehen. An diesem Tag war es sehr stürmisch und der feine Sand wirbelte durch die Luft. Später stellte ich fest: vom Kopf bis in die Schuhe hatte ich

Neuigkeiten aus Çeşme

Die Krankenschwester Natascha Köhler, mit der wir im Dezember/Januar gemeinsam in Çeşme gearbeitet haben, ist derzeit wieder in Çeşme und berichtet von ihren Eindrücken:   Merhaba aus Çeşme! Es hat sich vieles verändert seit Dezember/Januar, als ich das letzte mal hier war. Nicht nur das Wetter ist besser, auch Çeşme ist voller. Mehr Autos, mehr Menschen. Aber keine Flüchtlinge mehr. Seit dem Deal mit der Türkei setzen nur noch vereinzelt Boote nach Chios über. Gott sei Dank! Deshalb hat sich die Arbeit komplett auf die Umgebung von Izmir verteilt. Imece, die örtliche Organisation, fährt mehrmals pro Woche verschiedenste Camps an.

Idomeni aktuell

Ein Beitrag von Eva Beehren, die uns bei unserem letzten Aufenthalt in Idomeni begleitet und geholfen hat und dort auch weiter hilft. “Es sind noch ca. 10.000 Menschen in Idomeni. Doch seit Sonntag, den 10. April mehren sich die Vorfälle, die Hunderte von Menschen auch weggehen lassen in die anderen Camps, vom Militär betriebene. Es hatte eine heftige Tränengas- und Gummigeschossattacke gegeben, wegen einer sehr emotionalen  Demonstration an der Grenze, bei der auch Steine flogen. Viele Menschen, viele Frauen und Kinder wurden durch das Tränengas verletzt, da es sehr weit ins Camp hineingeschossen wurde. Ein aufkommender Sturm trieb das Gas

Das Wunder des Alltags in Idomeni

 Unsere Eindrücke von Idomeni   Die Fotos und Nachrichten hatten uns schon von den Strapazen erzählt, denen die Menschen hier in Idomeni ausgesetzt sind: Wo ihr Weg nicht weiter führt, vom wochenlangen Ausharren in Schlamm und Kälte, in engen Zelten, mit gerade soviel Essen und Unterstützung, das es zum Überleben reicht. Von der fehlenden Perspektive und Information, wohin sie als nächstes hintransportiert werden, wo sie in dieser Welt vielleicht noch eine Zuflucht finden könnten.   Aber was uns sprachlos gemacht hat und auch bleibend zutiefst berührt, ist nicht nur die Not dieser Menschen, sondern noch mehr die bescheidene Höflichkeit und

Neues aus Çeşme

In Çeşme wird nicht mehr gelacht, seitdem die Menschen wissen, das die Reise nach Europa in Idomeni zu Ende ist. Aber sie versuchen es trotzdem immer wieder nach Griechenland zu kommen. Einige sind schon zwanzig Mal von der türkischen Küstenwache auf offenem Meer daran gehindert worden. „Wo sollen wir denn hin ?“ sagen sie mit ihren kranken Kindern in den Armen. Krank sind sie fast alle, vor allem erkältet, oft hoch fiebrig, da sie meist nass an Land gesetzt werden und irgendwo im Freien den Rest der Nacht verbringen. Wenn sie Glück haben finden sie am nächsten Morgen die freiwilligen Helfer

by AVICENNA Kultur- und Hilfswerk e.V.