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Hilfe im Libanon

Der Libanon hat, neben Jordanien, in Relation zur eigenen Bevölkerung mehr syrische Flüchtlinge aufgenommen als jeder andere Staat der Welt. Dazu kommen Flüchtlinge aus Palästina und dem Irak.

Offizielle Zahlen nennen für den Libanon 1,2 Millionen, inoffizielle sind es 2 Millionen und mehr syrische Flüchtlinge. Seit 2015 werden keine syrischen Flüchtlinge mehr offiziell registriert, erhalten damit auch kein Aufenthaltsrecht oder irgendeine offizielle Unterstützung. Bei ca. 6 Millionen Einwohnern wäre fast jeder Dritte Einwohner im Libanon ein Flüchtling.

 

Insbesondere die Ärmeren leben in einfachen Zeltlagern, finanzieren sich, wenn möglich, meist durch Feldarbeit und werden zum Teil durch Hilfsorganisationen unterstützt.

Für eine kleine Unterkunft mit zwei Zimmern zahlte man früher 100 Dollar im Monat, inzwischen werden bis zu 500 Dollar verlangt. Wer anders nicht unterkommt, lebt in einer der Zeltsiedlungen, die sich in der Bekaa-Ebene hundertfach entlang der Straßen reihen, während es offiziell gar keine Flüchtlingslager der Syrer gibt. Die Plätze, wo sie doch entstehen, verpachten die Landbesitzer zum Beispiel für 800 Dollar pro Jahr und Zelt.

Etwa die Hälfte der syrischen Flüchtlinge im Libanon sind Kinder. Hunderttausende gehen nicht zur Schule, können nicht lesen und schreiben. Die Kinder der registrierten Flüchtlinge können zum Teil nachmittags die offiziellen Schulen besuchen.

Noch schwieriger ist die Lage der palästinensischen Flüchtlinge. Mehr als die Hälfte der ca. 450.000 registrierten palästinensischen Flüchtlinge im Libanon leben in einem der zwölf offiziellen Flüchtlingslager, die vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) verwaltet werden. Andere leben in inoffiziellen Siedlungen oder in Privatwohnungen.

Die größte Zahl palästinensischer Flüchtlinge gelangte in der Folge der Staatsgründung Israels 1948 in den Libanon, weitere Flüchtlinge kamen 1956 im Zuge der Suezkrise, 1967 als Ergebnis des Sechstagekriegs und 1970 und 1971, nachdem sie aus Jordanien ausgewiesen worden waren. Der jüngste Zustrom palästinensischer Flüchtlinge in den Libanon erfolgte als Teil der massenhaften Vertreibung der syrischen Bevölkerung seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien 2011.

Nur wenige dieser Flüchtlinge haben eine Arbeitserlaubnis, es gibt viel zu wenig Platz in den Lagern, zu wenig Schulen und keine Hoffnung auf eine Besserung der Lage.

Nach Besprechung mit dem Leiter des UNV, der Abteilung für Volunteers der UN, entschlossen wir uns in den Libanon zu reisen. Dort arbeiteten wir als Ärzte mit der einheimischen NGO Sawa. Sawa obliegt, unter anderem, die medizinische Versorgung von 35.000 syrischen Flüchtlingen, insbesondere in den Lagern der Bekaa-Ebene.
Für die Fortsetzung dieser Arbeit suchen wir Ärzte mit Kenntnissen in Allgemeinmedizin und Zahnärzte.

 

Unsere Zusammenarbeit mit SALAM

In Kooperation mit der einheimischen NGO Salam kauften wir einen gebrauchten Schulbus, der für den mobilen Unterricht in den Lagern umgebaut wird. Der vorhandene, nicht mehr taugliche Bus, wird dafür zu einer Bibliothek umgebaut. In diesem Schulbus soll unter anderem auch Englisch Unterricht stattfinden, für den wir Unterstützung suchen.

Über die Salam Gruppe haben wir auch einen syrischen Musiklehrer engagiert, der mit den oft traumatisierten Kindern in den Lagern einfache Lieder singt, begleitet von rhythmischen Bewegungen. Zu seiner Unterstützung und Ausbildung suchen wir Musiker, wenn möglich mit Erfahrung in Musiktherapie und/oder Taketina.

 

Um diese Projekte auch in Zukunft finanzieren zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung.

by AVICENNA Kultur- und Hilfswerk e.V.