Aktuelles von Casa Base

CASA BASE – ein Ort der Unterstützung, Begegnung und Solidarität
Die Situation von Geflüchteten in Griechenland bleibt besonders schwierig.
Menschen, die in den Camps auf ihre Registrierung und die Entscheidung über ihren Asylantrag warten, sind von grundlegenden Versorgungsleistungen ausgeschlossen.
Die Unterbringung ist beengt und unzureichend, der Zugang zu medizinischer Versorgung erschwert. Notwendige Medikamente, fachärztliche Untersuchungen oder eine zahnärztliche Behandlung können nicht selbst finanziert werden.
In dieser Situation leistet die Organisation NAOMI – Ecumenical Workshop forRefugees in Thessaloniki seit Jahren wichtige Arbeit. Mit ihrem Projekt CASA BASE – Safe Space for Girls and Women, direkt neben dem Flüchtlingslager in Diavata vor den Toren von Thessaloniki, hat sie einen geschützten Ort geschaffen, an dem Frauen und Mädchen Unterstützung, Gemeinschaft und neue Perspektiven finden.
Medizinische Hilfe, die unmittelbar ankommt
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von CASA BASE ist die Verbesserung der medizinischen Grundversorgung. Asylbewerber haben nur einen eingeschränkten Versicherungsschutz und können sich notwendige Medikamente nicht leisten.
NAOMI finanziert und organisiert Medikamente, ermöglicht medizinische Untersuchungen und vermittelt bei Bedarf Kontakte zu Fachärzten. Auch Brillen, physiotherapeutische Behandlungen und notwendige Hilfsmittel für Kinder und Säuglinge werden bereitgestellt.
Besonders schwierig ist die Situation für Menschen, die sich noch im Registrierungsverfahren befinden. Sie verfügen über keinen  Versicherungsschutz,noch erhalten sie finanzielle Leistungen. In dieser Phase ist die Unterstützung durch NAOMI die einzige Möglichkeit, dringend benötigte Medikamente zu erhalten.
Neben der individuellen Hilfe gehören auch medizinische Informationsveranstaltungen und Erste-Hilfe-Schulungen zum Angebot. Sie vermitteln Frauen Wissen und praktische Fähigkeiten, um gesundheitliche Probleme besser einschätzen und im Alltag bewältigen zu können.
CASA BASE – mehr als ein Ort der Hilfe
CASA BASE versteht sich nicht nur als Anlaufstelle für materielle und medizinische Unterstützung. Es ist vor allem ein Ort, an dem Frauen und Mädchen nach Erfahrungen von Flucht, Gewalt, Verfolgung und Ausgrenzung wieder Vertrauen und eine solidarische Gemeinschaft erleben können.
Sprachkurse, Näh-Werkstätten, Kunst, Musik, Yoga, Gymnastik und gemeinsame Aktivitäten für Frauen und Kinder schaffen Möglichkeiten zur Begegnung und stärken das Selbstvertrauen. Beim gemeinsamen Kochen, Backen und  bei gemeinsamen Mahlzeiten  entstehen Kontakte und ein Gefühl der Zugehörigkeit.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Müttern und ihren Kleinkindern. Neben Hygieneartikeln, Babyausstattung, Kinderwagen und Kleidung erhalten Familien hier einen geschützten Raum und praktische Hilfe für ihren Alltag.
Getragen wird die Arbeit von einer engagierten Koordinatorin und zahlreichen internationalen Freiwilligen, Praktikantinnen und ehrenamtlichen Experten. Ihr Einsatz ermöglicht ein vielfältiges Angebot und schafft eine Atmosphäre, in der Menschen unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus willkommen sind.
Solidarität schafft Perspektiven
Die Arbeit von NAOMI setzt der Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit etwas Entscheidendes entgegen: menschliche Zuwendung, konkrete Hilfe und die Erfahrung, nicht allein gelassen zu werden. „Der Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen ist der erste Schritt der Heilung“, so ermutigt Dr.med Philippe Dadhal, Traumatherapeut aus der Schweiz, das Team.
Medizinische Versorgung ist dabei untrennbar mit sozialer Teilhabe verbunden.
Wer gesundheitlich nicht ausreichend versorgt ist, kann auch Bildungsangebote, Integrationsmaßnahmen und Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilnahme nur eingeschränkt nutzen.
Das Avicenna Kultur- und Hilfswerk unterstützt seit vielen Jahren diese wichtige Arbeit.
Unter anderem übernehmen wir die Hälfte des Gehalts von Maria, der Leiterin von Casa Base,  und regelmäßig die Kosten von Medikamenten und Hilfsgütern. Viele unserer Mitglieder und Freunde haben schon im Casa Base und den Flüchtlingslagern in der Umgebung medizinische oder sonstige Hilfe geleistet,und immer wieder finden sich über unsere Webseite erfahrene Freiwillige, die dort wertvolle Hilfe leisten. Besonders danken wir Dr. Dahdal für sein regelmäßiges, großartiges Engagement für CASA BASE. Wir möchten auch in Zukunft dazu beitragen, dass CASA BASE ein Ort der Hoffnung, der Begegnung und der praktischen Solidarität bleibt. Dazu brauchen wir auch in Zukunft ihre Hilfe.
Denn Menschenwürde und Menschenrechte dürfen nicht vom Aufenthaltsstatus eines Menschen abhängen, und wo sich Grenzen schließen, sollten sich nicht auch unsere Augen und Herzen verschließen.

 

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