|

Das Wunder des Alltags in Idomeni

 Unsere Eindrücke von Idomeni

 

Idomeni ZeltDie Fotos und Nachrichten hatten uns schon von den Strapazen erzählt, denen die Menschen hier in Idomeni ausgesetzt sind: Wo ihr Weg nicht weiter führt, vom wochenlangen Ausharren in Schlamm und Kälte, in engen Zelten, mit gerade soviel Essen und Unterstützung, das es zum Überleben reicht. Von der fehlenden Perspektive und Information, wohin sie als nächstes hintransportiert werden, wo sie in dieser Welt vielleicht noch eine Zuflucht finden könnten.

 

Aber was uns sprachlos gemacht hat und auch bleibend zutiefst berührt, ist nicht nur die Not dieser Menschen, sondern noch mehr die bescheidene Höflichkeit und aus dem Herzen kommende Freundlichkeit dieser Heimat- und Hoffnungslosen, mit der sie sich für jede Hilfeleistung und noch mehr, für jeden Blick des Verstehens bedanken.

Ihre für uns unvorstellbare Kraft auszuharren, auch jetzt noch, nach monate- oder jahrelangen Zeiten der Not und Gefahren, nachdem sie feststellen mussten, dass alle Mühen und Ängste auf dem Weg umsonst waren, beschämend die Demut und Gottergebenheit, mit der sie ihr Schicksal annehmen und aus der sie die Kraft dazu schöpfen.

Idomeni Musik verbindet

 

Die Fotos und Nachrichten sprechen auch nicht von den vielen kleinen Begegnungen zwischen den Heimatlosen und den zahlreichen, meist jungen, bunt zusammen gewürfelten Helfern aus der ganzen Welt. Davon, wie sich das Wunder dessen, was ein Mensch aushalten kann, ohne seine Würde als Mensch zu verlieren und welche Kraft und Freude es bereitet, anderen zu helfen, verbinden können zu einer Musik, welche die Grenzen zwischen dem Alltag in Europa und an seinen Grenzen ein wenig aufzulösen scheint.

 

 

Idomeni Bahngleise

 

Idomeni Frauen waschen

 

Idomeni Zelte

 

 

 

Ähnliche Beiträge

  • |

    Kleidersammlung in Köln

    Die Nachrichten über die katastrophale Situation der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln haben viele Menschen in Deutschland berührt. Auf einen Aufruf von uns und unser Freundin Isabel Shayani, die gerade einen Filmbericht aus Lesbos für den WDR gemacht hat, kamen innerhalb einer Woche 2,5 Lastwagenladungen Kleider etc. zusammen. Unser Freund Arman hat sie, z.T. mit…

  • |

    Hilfsgüter für Griechenland

    Dank der Initiative von Christa Bock sowie Kristina Koch und “Willkommen in Nippes “ konnten fast 400 Kartons Hilfsgüter und Kleider für die Flüchtlinge in Griechenland gesammelt werden. Am 18.Dezember konnten wir sie nach Nettetal zu Human Plus bringen und auf Paletten verladen für den Transport zu unseren Partnern Naomi, QRS in Thessaloniki und Khora…

  • |

    Casa Base

    Casa Base Jungendzentrum für Mädchen Ein sicherer Ort „Wenn die kleine Sara nochmal das Teil vom Wasserschlauch klaut, dann schneide ich ihre Hände ab.“ stellt Mauricio im Vorbeigehen fest. Das ist Liebe, denke ich mir grinsend. Ich beobachte ihn, während er kopfschüttelnd den Garten absucht. Wie idyllisch diese paar Quadratmeter hinter der Fabrikhalle, die Mauricio…

  • |

    Die fünfte Schule

    Die fünfte Schule Athen In Athen warten viele Tausend Menschen auf eine Fortsetzung ihrer Flucht in die Freiheit. Damit sie nicht in Griechenland bleiben müssen, haben sich viele nicht offiziell registrieren lassen und bekommen somit auch keine staatliche Unterstützung. In einer ehemaligen Schule leben einige hundert Menschen mit Frauen und Kindern. Es gibt kein Wasser…

  • |

    Hunger in Griechenland

    Hilfe für Flüchtlinge in Griechenland Die Anzahl der in Griechenland ankommenden Flüchtlinge ist erstmals gesunken. 2021 kamen ca. 6.500 Flüchtlinge nach Griechenland, die meisten sind jetzt Familien aus Afghanistan, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo. Während die Zahl der auf den Inseln lebenden um ca. 7.000 gesunken ist, leben immer mehr Flüchtlinge auf dem Festland….

  • |

    Hilfe für die Camps um Thessaloniki

    Zur Situation: Nach den Regelungen der neuen griechischen Regierung (seit 2019) sind sowohl Menschen ohne Papiere als auch AsylbewerberInnen und anerkannte Flüchtlinge vom griechischen staatlichen Gesundheitssystem ausgeschlossen, sie werden nur noch notbehandelt und Medikamente und Therapien müssen sie ganz selbst bezahlen. Das heißt in unserem Fall, dass den staatlichen Gesundheits-Stellen in den Camps keine eigenen…

Ein Kommentar

  1. Mitten im Schreiben an einem Vortrag über Traumatisierung und Bewältigungsstrategien für Flüchtlingshelfer lese ich Ihre Zeilen über das Wunder dessen, was Menschen bewahren können in der größten Not.
    Jetzt bin ich dankbar, dass ich mich mit einer Spende mit Ihnen und den Menschen denen Sie helfen verbinden kann.
    (Ich komme ursprünglich auch aus Siegen-mein Vater Hans Arabin hat seine Praxis an Frau Al-Zubaidi übergeben, die Sie vielleicht kennen)
    Ich wünsche Ihnen Licht und Segen.
    Mechthild Hauck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert