Moria im Winter 2019
|

Moria im Winter 2019

Die Situation in Moria ist im Winter immer am schlimmsten. Aber in diesem Winter ist es schlimmer denn je, weil die Bevölkerung innerhalb und außerhalb des Lagers zugenommen hat. Ursprünglich für zweitausend Menschen geplant, leben dort heute ca. 16.000 Menschen, davon etwa 4.000 Kinder, etwa die Hälfte im Lager selbst, die andere Hälfte außerhalb in den Olivenwäldern. Sie leben in Zelten mit jeweils 2 bis 50 Personen. Einige Zelte sind trocken und haben sicheren Strom, der auch für Heizungen verwendet werden kann. Viele, besonders außerhalb des Lagers, in den Wäldern, bieten jedoch keinen Schutz gegen Regen und Kälte und oft schlafen vier Personen in einem Zweipersonenzelt. Für das Essen müssen die Menschen jeden Tag viele Stunden Schlange stehen. Die Verteilung von Kleidung und Decken ist schwierig, obwohl das größte NGO-Distributionszentrum Attika genug Kleidung für diesen Monat hat und die Regierung gerade 15.000 Decken geschickt hat. Untragbar ist die hygienische Situation. Die Toiletten sind schmutzig, die Gewalt im Lager so brutal, dass Frauen es nachts nicht wagen, auf die Toilette zu gehen.

In Kooperation mit der niederländischen NGO „movement on the ground” haben wir als Schutz vor dem Regen für die Zelte von 1200 Menschen Abdeckplanen gekauft und planen jetzt die Einrichtung eines Community centers.

Für den Januar haben wir Attica zugesagt, einen weiteren Lieferwagen mit Kleidung zu schicken.

Das Alles ist nur mit Eurer Spende möglich. Danke, dass Ihr uns auch weiterhin unterstützt.

 

Ähnliche Beiträge

  • |

    Das Wunder des Alltags in Idomeni

     Unsere Eindrücke von Idomeni   Die Fotos und Nachrichten hatten uns schon von den Strapazen erzählt, denen die Menschen hier in Idomeni ausgesetzt sind: Wo ihr Weg nicht weiter führt, vom wochenlangen Ausharren in Schlamm und Kälte, in engen Zelten, mit gerade soviel Essen und Unterstützung, das es zum Überleben reicht. Von der fehlenden Perspektive…

  • |

    Flutkatastrophe im Iran

    Nach Jahren der Trockenheit wurden große Teile des Irans, insgesamt 23 von 31 Provinzen, sowohl im Norden wie im Süden, von schweren Unwettern mit starken Regenfällen heimgesucht. Mehrere Städte und mehr als 180 Dörfer wurden geräumt. Seit Mitte März kamen bereits 70 Menschen ums Leben. Fast eine halbe Millionen Menschen leben in Notunterkünften. Der entstandene…

  • |

    Lesbos und was danach kommt

    Während die Medien und damit die Menschen in Europa Lesbos vergessen oder verdrängt haben, ist die Situation der Flüchtigen auf Lesbos schlimmer denn je. Das Nachfolgelager von Moria, Kara Tepe gleicht einem bewusst, so schlecht wie möglich, geführtem Gefängnis. Das Lager ist zum Jahreswechsel 2023/24 mit 4.500 Menschen völlig überbelegt. Statt 8 Menschen leben oft…

  • |

    Kleidersammlung in Köln

    Die Nachrichten über die katastrophale Situation der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln haben viele Menschen in Deutschland berührt. Auf einen Aufruf von uns und unser Freundin Isabel Shayani, die gerade einen Filmbericht aus Lesbos für den WDR gemacht hat, kamen innerhalb einer Woche 2,5 Lastwagenladungen Kleider etc. zusammen. Unser Freund Arman hat sie, z.T. mit…

  • |

    Casa Base

    Casa Base Jungendzentrum für Mädchen Ein sicherer Ort „Wenn die kleine Sara nochmal das Teil vom Wasserschlauch klaut, dann schneide ich ihre Hände ab.“ stellt Mauricio im Vorbeigehen fest. Das ist Liebe, denke ich mir grinsend. Ich beobachte ihn, während er kopfschüttelnd den Garten absucht. Wie idyllisch diese paar Quadratmeter hinter der Fabrikhalle, die Mauricio…

  • |

    Athen im Juni 2019

    Nach einem knappen halben Jahr bin ich wieder zurück in Athen. Vieles hat sich verändert und vieles ist immer noch so wie im Winter. Noch immer leben die Flüchtlinge in den Squats (besetze Häuser) im Anarchisten-Viertel. Nur ist die Frage wie lange noch. Die neue Regierung hat damit geworben, die Häuser zu räumen. Und mit…

2 Kommentare

  1. Hallo ich wollte sagen wir haben bisschen Sache für Winter und ich will helfen, weil ich bin Flüchtlinge früher war alle helfen mir und jetzt ich möchte gerne helfen wir haben bisschen jacket und Pullover,Hose,Hemd,Schuhe und………
    LG
    Mahdi Arjloo

  2. Vielen Dank, lieber Mahdi, unser Transporter ist gerade wieder mit Kleidern nach Griechenland gefahren. Wenn wir noch mal fahren, schreiben wir das vorher auf die Webseite. Alles Gute, Khalil Kermani

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert